Lage:

Südlich am Dorfrand, am Berghang erhöht. Der Treppenaufgang war ehemals zwischen Häusern zu finden, mittlerweile freistehend. An den auf der Ostseite stehenden Kirchturm lehnt sich ein Langhaus mit Eingang auf der Nordseite und Altarraum im Westen an.

Baugefüge:

Saalkirche mit Holztonne und einbezogener, aussen fünfseitig geschlossener Westapsis und einer von zwei Rundpfeilern getragenen Empore im Osten. An der Ostseite aussen der quadratische ehemalige Chorturm des 13. Jahrhunderts.

Äusseres:

 

Die Saalkirche ist ein neubarocker Putzbau über hohem Hausteinsockel. Ecklisen mit Sockel und Dachgesims verkröpft. Rundbogenfenster mit Hausteingewänden, diese mit Schlussstein und Kämpfersteinen. Neubarockes Portal auf der Nordseite auf Pilastereinfassung und gesprengtem Schweifgiebel. Auf der Nord- und Südseite sind jeweils drei große und ein kleines, aus farbigem Glas bestehende Fenster, im halbrunden Altarraum sind ebenfalls drei Fenster. Der Neubau des Kirchenschiffs erfolgte In den Jahren 1923 / 1924.

Der Turm:

 

Der mittelalterliche Turm ist dreigeschossig, mit Schmiegensockel (dem Hang entsprechend in verschiedener Höhe) und schrägen Geschoßabsätzen. Neues Zeltdach. Ostfenster im Erdgeschoss mit gekehltem Gewände und ganz erneuertem Fischblasenmaßwerk (15./16. Jahrhundert). Schallöffnungen gekuppelt, jeder Rundbogen aus einem Quader. Mittelsäule mit würfelförmigem Fuss und Kopf unbestimmter Form. Das Turmmauerwerk aussen aus gespitzten Rotsandsteinquadern von 25 bis 35 cm Höhe, unverputzt. Auf der Ostseite des Turms befindet sich ein Fenster aus farbigem Glas, welches die Kreuzigung und die Auferstehung darstellt. Heute beherbergt der Turm ein Geläute von vier Glocken. Auf dem Turm ist ein Wetterhahn; an der Nord- und Ostseite war bis 1998 eine eine mechanische Räderwerksturmuhr mit Handaufzug angebracht.

Das Innere:

 

Beim Eintritt in die Kirche befinden wir uns in einem lichtgedämpften Raum, der sich nach vorne zum Altarraum hin erhellt. Bewirkt wird dies durch die Fenster, die das Licht nur gebrochen durchlassen. In der Mitte der sich auf der Südseite befindenden Fenster ist das Gleichnis vom "Barmherzigen Samariter", auf der Nordseite das Gleichnis vom "Verlorenen Sohn" dargestellt. Im Altarraum sind von links nach rechts Martin Luther, das Gleichnis vom "Sämann" und der Schwedenkönig Gustav Adolf abgebildet. Der Altar und das Chorgestühl (heute Presbyterstuhl) befinden sich auf einem durch drei Stufen erhöhten Podest. Dadurch erscheint der Altar erhaben und wird zum unbedingten Blickpunkt dessen, der die Kirche betritt. Auf dem Altar befindet sich ein Kreuz, links neben dem Kreuz stehen zwei Kerzen. In der Mitte liegt die Bibel. Der Altar selbst ist eine graue, auf vier Säulen ruhende Tischplatte. Rechts neben dem Altar ist der Taufstein, links davon die Kanzel.

Die Bedeutung der Kircheneinrichtung:

 

Mit der Taufe tritt der Mensch in die christliche Gemeinschaft ein. Darum befand sich in den alten Kirchen direkt hinter dem Eingang das Taufbecken. Heute erinnert das Weihwasserbecken in den katholischen Kirchen noch daran. Eine Bedeutung der Taufe ist die Reinigung. Der Mensch wird gereinigt und kann dann vor seinen Gott treten, das heisst, zur Gemeinschaft der Heiligen gehören. Dies ist die erste Stufe des Christseins.

 In unserer Kirche steht der Taufstein vorne rechts neben dem Altar. Der getaufte Mensch gehört nach seiner Taufe nun in das Kirchenschiff hinein. Dort hört er Gottes Wort, das Evangelium, mit seiner Zusage: "Du bist vor den Strömen des Lebens und vor der Macht des Bösen geborgen, behütet und bewahrt." Das ist die zweite Stufe des Christseins.

Der getaufte Mensch, der Christ, der nun Gottes Wort angenommen hat, der tritt im Heiligen Abendmahl ein in die Gemeinschaft mit seinem Herrn und Erlöser, Jesus Christus. Die Feier des Abendmahles ist die dritte Stufe des Christseins.

Diese drei Stufen des Christsein,

1. Reinigung (Taufstein)

2. Erleuchtung (Kanzel)

3. Gemeinschaft (Altar)

sind in den drei Stufen vom Kirchenschiff zum Podest des Altarraumes zeichenhaft angedeutet.

Die Fenster:

 

Die Kirchenfenster wurden im Zuge des Neubaus der Kirche 1924 von der Kunstglaserei A. Roeder in Kaiserslautern beschafft. In den Jahren 1996 und 1999 wurden die Fenster restauriert. Sechs der Kirchenfenster zeigen Figuren und Personen.

Auf dem Fenster im Turm ist die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens dargestellt: Jesus, der am Kreuz für die Seinen stirbt (linke Hälfte), und Christus als Sieger und Überwinder des Todes (rechte Hälfte).

Weitere 3 Fenster zeigen biblische Gestalten:

Das Südfenster: Das Gleichnis vom "Barmherzigen Samariter", Lukas 10, 25-37

Das mittlere Fenster im Altarraum: Das Gleichnis vom "Sämann", Matthäus 13, 1-9

Das Fenster an der Nordseite: Das Gleichnis vom "Verlorenen Sohn", Lukas 15, 11-32

und auf 2 Fenstern sind weltliche Persönlichkeiten zu sehen sind:

Martin Luther,

und rechts neben dem Altar, der Schwedenkönig Gustav Adolf.

Die Orgel:

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Das Presbyterium Dellfeld hat am 21.10.1924 unter der Leitung von Pfarrer Schmidt die Anschaffung einer Orgel beschlossen. Der Auftrag zum Bau der Orgel erhielt die Firma E. F. Walcker & Co., Orgelbauanstalt in Ludwigsburg.

Die Orgel wurde am 22. März 1925 eingeweiht worden.

Im Jahr 2004 erfolgt eine Generalüberholung der Orgel.

Hörprobe der Orgel

Die Glocken:

 

Im Jahre 1955 beschaffte die Gemeinde Dellfeld ein komplett neues Viergeläute aus Bochumer Gußstahlglocken.

Pfarrer Fehn / Tiefenthal,(Glockensachverständig er der Prot. Landeskirche von 1947 bis zu seinem Tod 1984) machte damals ein klangliches Experiment mit verschiedenen Glockenklangtypen, das bahnbrechend werden sollte für viele späteren Geläute in der Pfalz. Von den vier Glocken f'-as'-b'-c" wurden die beiden kleinen in der zweistimmigen, sog. "Untermollsextrippe" gegossen; deren tiefster Teilton war eine Sexte, statt Oktave, also bei Glocke c" ein es' und bei Glocke b' ein des'. Die beiden größeren Glocken wurden in der Molloktavrippe gegossen, also mit tiefen Unteroktaven f und as. So hört man beim Zusammenläuten die interessante, romantisch wirkende Tonfolge f - as - des' - es' -- f' - as' - b' - c".

Hörprobe des Glockengeläutes

Die Beschreibung ist der Broschüre “75 Jahre Kirchenschiff der Protestantischen Kirche in Dellfeld” des Förderverein für Baumaßnahmen entnommen. Ein Exemplar in Dateiform (PDF-Datei) können Sie hier anfordern.

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